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Malteser Bonn

9. September 2017: Internationaler Tag der Ersten Hilfe

Nichtstun ist ganz sicher falsch

08.09.2017

Der "Internationale Tag der Ersten Hilfe" wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen und findet jährlich am zweiten Samstag im September statt. Er soll die Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei plötzlich auftretenden Erkrankungen, Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein verankern. Erste Hilfe leisten ist in Deutschland noch immer keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen deuten akute Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt falsch und wissen nicht, wie sie richtig reagieren sollen. Im Grunde kann man nichts falsch machen, das weiß Christoph Meuer, Ausbildungsleiter der Malteser in Bonn.

Viele Menschen sind sich unsicher, wann sie einen Notarzt rufen sollen. Wann sollte das geschehen?

Christoph Meuer: Man muss zunächst einmal unterscheiden zwischen dem Hausarzt, dem ärztlichen Notdienst, dem Rettungsdienst und dem Notarzt. Der Hausarzt und der ärztliche Notdienst können, aufgrund der nicht sofortigen Verfügbarkeit,  in massiv lebensbedrohlichen Situationen nicht weiterhelfen. Die Auswahl müssen aber nicht Sie treffen. Sie rufen in der Rettungsleitstelle (112) an und beschreiben dem dortigen Disponenten die Situation. Dabei spielt die Anzahl der verletzten Personen eine wichtige Rolle. Der Disponent entscheidet dann anhand des vermuteten Notfallbildes, seiner Erfahrung und einer Checkliste, ob er einen Rettungswagen schickt oder der Notarzt ebenfalls notwendig ist. Sie als Ersthelfer oder Zeuge eines Unfalls müssen sich nicht scheuen, den Notruf zu wählen. 

Ist der vor dem Führerscheinerwerb verpflichtende Erste-Hilfe-Kurs ausreichend? Oder empfehlen Sie, weiterführende Kurse zu besuchen?

Christoph Meuer: Seit dem 1. April 2015 dauern alle Erste Hilfe-Ausbildungen und Erste Hilfe-Fortbildungen  9 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten und können in der Regel an einem Tag absolviert werden. Wer zwischendurch seine Kenntnisse auffrischen möchte, kann dies mittlerweile auch online tun. Zahlreiche Apps und Videos veranschaulichen die Handgriffe, die im Notfall auszuführen sind. Hier sollte allerdings auf eine vertrauensvolle Quelle (Hilfsorganisation oder anerkannte Einrichtung) geachtet werden. Wir Malteser raten zu richtigen Auffrischungskursen mit praktischen Übungen in einem Turnus von zwei Jahren. Unsere Ausbildungszahlen sind seit Jahren stabil und mit einem Trend nach oben, was uns sehr freut! Die Malteser bieten ebenfalls spezialisierte Kurse für bestimmte Berufs- und Zielgruppen wie z.B. Erzieher, Tagesmütter und auch Eltern an.

Viele Menschen  haben Angst, dass bei der Ersten Hilfe etwas schiefgeht und sie zur Verantwortung gezogen werden.

Christoph Meuer: Jeder ist grundsätzlich zur Ersten Hilfe verpflichtet. Das Absetzen oder Veranlassen des Notrufs ist das Mindestmaß, das der Gesetzgeber von jedem verlangt und ist in der Regel jedem zumutbar; mit dem Notruf ist der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung vermieden. Wer nach bestem Wissen und Gewissen seinen Fähigkeiten entsprechende Erste Hilfe leistet, macht nichts falsch. Niemand wird zivil- oder strafrechtlich für Schädigungen belangt, die er bei Erster Hilfe dem Verletzten zufügt, sofern er nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Das Schlimmste was Sie machen können ist nichts zu tun.

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