März 2011,

Malteser Alaaf!

Ein Einsatzbericht vom Rosenmontagszug in Bonn

Einsatz der Malteser beim Rosenmontagszug in Bonn am 07. März 2011. Ab 10:00 Uhr herrscht in der Unterkunft der Bonner Malteser in der Friedrich-Wöhler-Straße mit Eintreffen der Helfer aus Beuel reges Treiben. Vor dem Einsatz wird erst noch einmal kräftig gefrühstückt. Dazu bereitet der Verpflegungstrupp ein Frühstücksbuffet, dass keine Wünsche offen lässt.

Einsatzleiter Robert Osten stimmt dabei mit den Truppführern für diesen Tag die letzten Einzelheiten zu Fahrzeugbesatzungen, Einsatzbereichen und Funkplänen ab.
Bei der anschließenden Einweisung für den Einsatz erfahre ich, dass der Zugweg des Karnevalszuges in drei Abschnitte aufgeteilt ist. Wir Malteser übernehmen den Abschnitt 2 in der Innenstadt mit Friedensplatz, Wilhelmsplatz, Sternstraße/Dreieck, Friedrichstraße/Bonngasse und Kölnstraße. Zusätzlich stellen die Malteser einen Rettungs- und zwei Krankentransportwagen. Bei einem Biss in mein Brötchen bekomme ich gerade noch mit, dass ich auf dem Führungsfahrzeug eingeteilt bin. Danach bin ich aufmerksamer: Wir werden mit 41 Helfern, bestehend aus Führern, Unterführern, Helferinnen und Helfern in den Einsatz fahren und mit insgesamt fünf s.g. "Funkmeldeposten" am Zugweg aufgestellt sein. Dazu gehört auch ein Kradmelder, der schnell an jeden Punkt kommen kann.

Kurz vor 11:00 Uhr heißt es: "Fertigmachen zum Abmarsch!"  Der Kradmelder macht sich und sein geländegängiges Krad für den Einsatz fertig und überprüft noch einmal Blaulicht und Martinshorn. (Er kann nur schwer verbergen, dass er die Bewunderung seiner Kameradinnen und Kameraden genießt.)
Die Truppführer lassen sammeln, auf die Einsatzfahrzeuge aufsitzen und im Einzelmarsch abrücken. Um 11:15 Uhr verlässt das Führungsfahrzeug als letztes die Unterkunft in der Friedrich-Wöhler-Straße.
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Es ist noch immer empfindlich kühl.

So also beginnt mein erster Einsatz als Malteser!

Bereits auf der Fahrt zum Einsatz laufen auf den unterschiedlichen Kanälen Funksprüche ein, die ich anfangs kaum auseinander halten und in ihrer Bedeutung zuordnen kann.  Wer will jetzt was und wer hat wem eben etwas durchgegeben?  Allmählich kann ich unterscheiden : `Johannes xx´ bzw. `Malta xx´ sind unsere Leute.  `Rotkreuz xx´ sind die vom DRK, die dieses Jahr die Hauptverantwortung für den sanitätsdienstlichen Einsatz beim Rosenmontagszug tragen.

Friedensplatz:  Das Führungsfahrzeug steht an seinem Platz. Einsatzleiter Robert Osten hat per Funk unsere Trupps `Malta 21´ bis `Malta 24´ auf Einsatzbereitschaft abgefragt.  10 Minuten vor der Zeit kann er um 11:50 Uhr die Einsatzbereitschaft der Malteser an die Einsatzzentrale funken.

Dann entspannte Anweisung an unseren Fahrer und mich : "Ihr beiden führt ab sofort das Einsatztagebuch und die Lagekarte."  Dabei fährt er das mitgeführte Laptop hoch, lädt Lagekarte, Einsatzplan und Dokumentation der Einsatzsoftware LUMIS hoch, `klinkt´ sich über einen Hotspot in das Internet ein und stellt es vor uns auf den Tisch.

Anfangs schreibe ich die Funksprüche stichwortartig per Hand mit und diktiere sie dann für den Eintrag in das elektronische Einsatztagebuch. Nach gut zwei Stunden mache ich beides…und es geht.

Zwischendurch bin ich immer wieder raus, um Fotos von unseren Maltesern zu machen. Rundherum fröhliche `Närrinnen´ und `Narralesen´.  Einige Jecken konnten es nicht lassen, unsere Malteser im Vorübergehen ein wenig zu schminken. Und was machen wir, wenn alles fröhlich schunkelt und man als Helfer untergefasst und mitgezogen wird? Wir schunkeln natürlich mit! Wie schön, wenn wir als Helfer in Malteser-Einsatzkleidung so herzlich in die allgemeine Fröhlichkeit einbezogen werden.

14:13 Uhr: von `Malta 24-1´ : "Stark alkoholisieret Person. Brauche Krankenwagen." 
14:14 Uhr: Meldung von Robert Osten an die Einsatzleitung.
14:16 Uhr: der Krankenwagen fährt los.

14:50 Uhr : `Malta 21` bis `Malta 24´ melden im üblichen Stundentakt per Funk  : "Hoher Publikumsandrang; alles aber ruhig; insgesamt bisher 4 Hilfeleistungen….aber alles Kleinigkeiten."

15:15 Uhr : Der Prinzenwagen und die schließenden Fahrzeuge der Polizei haben den Friedensplatz passiert. `Malta 21´ und `Malta 22´ können aufatmen. Das Publikum zieht dem Zug hinterher oder geht gleich in Richtung Altstadt. Beide `Maltas´ bleiben natürlich noch erst einmal vor Ort, aber die einzelnen Fußtrupps können sich mit ihrer Erste-Hilfe-Ausstattung schon mal zu ihren Einsatzfahrzeug bewegen. Minuten später treten die Reinigungskräfte mit Besen und Kehrmaschinen gegen den Müll an.

15:35 Uhr: bei `Malta 24´ am Wilhelmsplatz ist soeben der Prinzenwagen und damit das Zugende durch.  

Ich schaue auf meine Foto-Ausbeute. Von rund 130 Aufnahmen muss ich wohl etwas mehr 30 löschen. Sie sind in dem Moment verwackelt, als mich beim Auslösen ein Karnevalsnarr versehentlich angerempelt hat. Egal.

Da war noch was? Das Einsatztagebuch! Schnell noch vom handschriftlichen Zettel die letzten Daten in den Laptop eingeben. Dabei weiter in den Funk hören und gleich eintippen:  Der Einsatzleiter des Abschnitts 2  meldet um 16:00 Uhr an den Gesamt-Einsatzleiter, dass es im Abschnitt der Malteser völlig ruhig zugeht. In fast 5 Stunden nur 6 erforderliche Hilfeleistungen im Abschnitt der Malteser….und alles eigentlich nur Kleinigkeiten. Das ist zum Glück wenig.

Wir werden aus dem Einsatz entlassen.  

Robert Osten sammelt die Einsatzkräfte am Friedensplatz.

Um 16:15 Uhr beginnt der Rückmarsch zur Friedrich Wöhler-Straße…mit Blaulicht und in Kolonne. Das ist sehr praktisch vor allem an ampelgeregelten Kreuzungen, denn eine mit Blaulicht oder Flaggen gekennzeichnete Kolonne gilt wie ein einziges Fahrzeug, bei dem die letzten die Kreuzung auch dann noch passieren dürfen, auch wenn die Ampel längst wieder Rot zeigt.

Und wie fühle ich mich nach der Ankunft dort?
Ich bin geschafft!  So viele neue Aufgaben und Eindrücke! Besser, als auf dem Führungsfahrzeug konnte ich das aber nicht kennen lernen.
Ich bin überzeugt! Gute Kameradschaft einerseits sowie Präzision in der Führung und Schnelligkeit im Einsatz sind kein Widerspruch, sondern wertvolle Ergänzung.

Fotos: Meine Eindrücke vom Einsatz der Malteser auf dem Friedensplatz.

Ein Einsatzbericht von Konrad Koch

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