Februar 2012,

Katastrophenschutzübung der Malteser im Bonner Kottenforst

Unwetter, Blitzeinschlag und Vermißte auf Zeltplatz – Koordinierter Rettungs- und Betreuungseinsatz mit Maltesern, Freiwilliger Feuerwehr, THW und Suchhundestaffel des DRK Köln

Bei eisigen Temperaturen von  -10 Grad trotz Sonnenschein übten am ersten Samstag im Februar unter Federführung der Bonner Malteser die Bewältigung eines realistischen Schreckensszenarios, bei der eine Schulklasse auf einem abgelegenen Wiesengelände von einem  Unwetter überrascht wurde, Blitzschläge mehrere Schuler verletzten, ein Waldbrand ausbricht und ein Teil der jungen Menschen in den weitläufigen Kottenforst flüchtet. 

Alarmierung aus der Ruhe
Als um 11.48 Uhr von Robert Osten, Leiter Einsatzdienste der Bonner Malteser der Alarmruf erfolgte, war den ca. 130 Helferinnen und Helfern noch nicht bewusst, was in den kommenden Stunden auf sie zukommen würde. Nachdem der Notarzt und die ersten Rettungskräfte im Kottenforst ankamen und im unwegsamen Gelände, welches nur zu Fuß zu erreichen war, die verletzten Schüler fanden, war klar, dass ein Rettungs- und Betreuungseinsatz in einer Großschadenslage zu bewältigen war. Denkt man an das Unwetter, welches im Sommer letzten Jahres in Brandenburg auf einer kleinen Insel zu einem Großeinsatz führte und die schrecklichen Ereignisse auf der Insel Utoya in Norwegen so muss man eingestehen, dass ein solcher Einsatz durchaus realistisch ist.

Nachalarmierung von Freiwilliger Feuerwehr, THW und Suchhundestaffel

Schnell war klar, dass außer den beiden Einsatzeinheiten der Malteser auch die Feuerwehr zur Löschung eines simulierten Brandes, das THW zum Räumen von umgestürzten Bäumen und Suchhunde zum Einsatz kommen mussten. Unter Einsatzleitung der Malteser wurden zunächst die Verletzten versorgt. In der nahe gelegenen Jugendherberge wurde ein Betreuungsplatz eingerichtet und die Verpflegung der unverletzten Jugendlichen und später auch der Einsatzkräfte gewährleistet.

Koordiniertes Handeln
Die Einsatzleitung der Malteser koordinierte vor Ort alle Einsatzkräfte, was insbesondere für den Zugang zum Schadensort, die Brandbekämpfung und den Abtransport der Verletzten unerlässlich war. Die Suchhundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes aus Köln konnte bereits nach einer Stunde alle vermissten Jugendlichen auffinden. Wie wichtig es war kühlen Kopf zu bewahren machte Übungsleiter Osten deutlich, da die Vielfalt der Einsatzkräfte einen hohen Abstimmungsbedarf erforderte.

Übungsziele erreicht

Nach Abschluss der Übung konnte die Übungsleitung aufatmen, da die Alarmierung „aus der Ruhe“ heraus erfolgreich war und trotz der widrigen Temperaturen der Ablauf der Übung nur leicht verzögert wurde.  Für die Einsatzkräfte war es eine gewollte Herausforderung, sich den Weg zum Schadensort zu bahnen, den man eben nicht mit dem Fahrzeug erreichen konnte. Deshalb war für das THW das Wegräumen der Bäume und bei frostigen Temperaturen das Verlegen von 500 Metern Löschleitung eine anspruchsvolle Aufgabe. Festzustellen war auch, dass die Kälte ein erschwerender Faktor war. Die Opfer mussten „warm gehalten“ werden und auch die Einsatzkräfte hatten mit dem Frost zu kämpfen. Lobenswert war der tatkräftige Einsatz aller ehrenamtlichen Helfer. Fest zu halten bleibt auch, dass „Zeit, Ort und Wetter“ auch bei tatsächlichen Unglücksfällen keine Rolle spielt.          

Viele Bilder von der Übung gibt es hier.
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