Katastrophenschutzübung der Malteser im Bonner Kottenforst
Unwetter, Blitzeinschlag und Vermißte auf Zeltplatz – Koordinierter Rettungs- und Betreuungseinsatz mit Maltesern, Freiwilliger Feuerwehr, THW und Suchhundestaffel des DRK Köln
Bei eisigen Temperaturen von -10 Grad trotz Sonnenschein übten am
ersten Samstag im Februar unter Federführung der Bonner Malteser die
Bewältigung eines realistischen Schreckensszenarios, bei der eine
Schulklasse auf einem abgelegenen Wiesengelände von einem Unwetter
überrascht wurde, Blitzschläge mehrere Schuler verletzten, ein Waldbrand
ausbricht und ein Teil der jungen Menschen in den weitläufigen
Kottenforst flüchtet.
Alarmierung aus der Ruhe
Als um 11.48 Uhr von Robert Osten, Leiter Einsatzdienste der Bonner
Malteser der Alarmruf erfolgte, war den ca. 130 Helferinnen und Helfern
noch nicht bewusst, was in den kommenden Stunden auf sie zukommen würde.
Nachdem der Notarzt und die ersten Rettungskräfte im Kottenforst
ankamen und im unwegsamen Gelände, welches nur zu Fuß zu erreichen war,
die verletzten Schüler fanden, war klar, dass ein Rettungs- und
Betreuungseinsatz in einer Großschadenslage zu bewältigen war. Denkt man
an das Unwetter, welches im Sommer letzten Jahres in Brandenburg auf
einer kleinen Insel zu einem Großeinsatz führte und die schrecklichen
Ereignisse auf der Insel Utoya in Norwegen so muss man eingestehen, dass
ein solcher Einsatz durchaus realistisch ist.
Nachalarmierung von Freiwilliger Feuerwehr, THW und Suchhundestaffel
Schnell war klar, dass außer den beiden Einsatzeinheiten der Malteser
auch die Feuerwehr zur Löschung eines simulierten Brandes, das THW zum
Räumen von umgestürzten Bäumen und Suchhunde zum Einsatz kommen mussten.
Unter Einsatzleitung der Malteser wurden zunächst die Verletzten
versorgt. In der nahe gelegenen Jugendherberge wurde ein Betreuungsplatz
eingerichtet und die Verpflegung der unverletzten Jugendlichen und
später auch der Einsatzkräfte gewährleistet.
Koordiniertes Handeln
Die Einsatzleitung der Malteser koordinierte vor Ort alle Einsatzkräfte,
was insbesondere für den Zugang zum Schadensort, die Brandbekämpfung
und den Abtransport der Verletzten unerlässlich war. Die
Suchhundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes aus Köln konnte bereits
nach einer Stunde alle vermissten Jugendlichen auffinden. Wie wichtig es
war kühlen Kopf zu bewahren machte Übungsleiter Osten deutlich, da die
Vielfalt der Einsatzkräfte einen hohen Abstimmungsbedarf erforderte.
Übungsziele erreicht
Nach Abschluss der Übung konnte die Übungsleitung aufatmen, da die
Alarmierung „aus der Ruhe“ heraus erfolgreich war und trotz der widrigen
Temperaturen der Ablauf der Übung nur leicht verzögert wurde. Für die
Einsatzkräfte war es eine gewollte Herausforderung, sich den Weg zum
Schadensort zu bahnen, den man eben nicht mit dem Fahrzeug erreichen
konnte. Deshalb war für das THW das Wegräumen der Bäume und bei
frostigen Temperaturen das Verlegen von 500 Metern Löschleitung eine
anspruchsvolle Aufgabe. Festzustellen war auch, dass die Kälte ein
erschwerender Faktor war. Die Opfer mussten „warm gehalten“ werden und
auch die Einsatzkräfte hatten mit dem Frost zu kämpfen. Lobenswert war
der tatkräftige Einsatz aller ehrenamtlichen Helfer. Fest zu halten
bleibt auch, dass „Zeit, Ort und Wetter“ auch bei tatsächlichen
Unglücksfällen keine Rolle spielt.
Viele Bilder von der Übung gibt es hier.


