48 Kirchen öffnen zur 4. Bonner Nacht der Kirchen
Malteser errichten eigens eine 49. "Notkirche" im Bonner Klanggrund
Viele heilige Momente soll es am 26. November in Bonn geben: Zum vierten Mal lädt an diesem Freitag die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zur Bonner Kirchennacht. 48 Kirchen sind zwischen 19 Uhr und Mitternacht geöffnet, eine 49. wird durch die Malteser eigens aufgebaut.Der Malteser Hilfsdienst e.V. errichtet im Klanggrund (auch bekannt als
Bonner Loch) eine so genannte Notkirche, ein im Durchmesser zehn Meter
breites und sieben Meter hohes Zelt mit zwei Seitenschiffen.
„Die Kirche steht mitten im Leben“, sagt der evangelische Pressepfarrer Joachim Gerhardt, einer der Organisatoren der Veranstaltung, und das Leben spielt auch und gerade rund um den Hauptbahnhof. „Das Bonner Loch zieht eine gewisse Klientel an“, weist Polizeipräsident Wolfgang Albers auf die Obdachlosen- und Drogenszene hin, die in der Umgebung ihre Treffpunkte hat. „Jedes Jahr sterben 30 Mitglieder aus dieser Szene, unsere Beamten kennen sie und begleiten sie oft auf dem letzten Weg“, berichtet Wulf Klinge, der Leiter der Wache GABI im Hauptbahnhof. „Die Kollegen brauchen daher Kraftquellen, die für viele auch aus dem Glauben kommen.“
So geht es denn in der Zeltkirche um die Not der Menschen in besonderen Situationen, um Grenzerfahrungen. Dr. Andreas Archut vom MHD Bad Honnef, der als einer der ersten Sanitäter nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg im Todestunnel war, spricht über „Rettungseinsätze am Limit“, Polizeikommissarin Annemarie Geyer, über „belastende Polizeieinsätze“. Dazu gibt es Musik von Mitgliedern des Landespolizeiorchesters, die Sopranistin Ariane von der Heyden-Karas singt Arien von Bach und Purcell.
Ein ökumenischer Gottesdienst um 19 Uhr im Klanggrund ist offizieller Auftakt der Kirchennacht.
Die Malteser stellen neben der Infrastruktur für die Kirche im Bonner Klanggrund zudem gegen eine kleine Spende eine warme Suppe bereit um auch für das leibliche Wohl zu sorgen. Zudem wird ein zusätzlicher Rettungswagen für den Innenstadtbereich besetzt.
(Quelle: Kölner Rundschau)


